Fischen mit Papa
Früh am Morgen, während die Sonne langsam über den Baumwipfeln aufgeht, machen sich Tom, Hanna und Papa auf den Weg zu einem ruhigen See. Die Angelruten tragen sie über den Schultern, und in Papas Rucksack steckt eine kleine Brotzeit.
„Ich werde bestimmt den größten Fisch fangen!“, verkündet Tom voller Eifer. Hanna lacht. „Vielleicht fangen wir ja beide einen!“
Am See angekommen, sucht sich jeder ein Plätzchen am Steg. Das Wasser glitzert wie ein riesiger Spiegel, und Vögel zwitschern in den Bäumen. „Angeln braucht vor allem eins: Geduld“, sagt Papa lächelnd, während er die Köder an den Haken befestigt.
Tom wirft seine Angel aus und wartet gespannt. Aber nichts passiert. Auch Hanna sitzt geduldig da und beobachtet die kleinen Fische, die unter der Wasseroberfläche huschen. Nach einer Weile seufzt Tom frustriert. „Das dauert ja ewig! Warum beißt kein Fisch an?“
Hanna aber bleibt ruhig. Sie nimmt ihre kleine Bibel aus dem Rucksack und schlägt eine Stelle auf. „Hier steht: ‚Seid geduldig und vertraut auf den Herrn.‘“
Papa nickt und lächelt. „Die Jünger Jesu waren auch Fischer, erinnert ihr euch? Sie haben die Netze oft auswerfen müssen, bevor sie einen großen Fang machten. Doch Jesus zeigte ihnen, dass Geduld und Vertrauen belohnt werden.“
Tom denkt kurz nach und entspannt sich ein wenig. „Also muss ich einfach geduldig bleiben?“ fragt er.
„Genau“, sagt Hanna. „Manchmal dauert es ein bisschen, aber wenn wir nicht aufgeben, werden wir belohnt.“
Gerade in diesem Moment zuckt Hannas Angel. „Oh! Da ist was!“ Sie zieht vorsichtig an der Rute, und tatsächlich – ein kleiner Fisch zappelt am Haken! Tom klatscht begeistert in die Hände. „Hanna, du hast es geschafft!“
Nach einer Weile fängt auch Tom einen Fisch, und sie setzen sich zusammen mit Papa ans Ufer, um ihre Brotzeit zu genießen. Die frische Luft, das ruhige Wasser und die gemeinsame Zeit machen den Tag besonders schön.
„Dieser Tag hat mir gefallen“, sagt Tom und lehnt sich glücklich zurück.
Hanna lächelt. „Und wir haben gelernt: Geduld bringt nicht nur Fische, sondern auch schöne Momente.“
Papa legt den Arm um seine beiden Kinder. „Genau. Manchmal müssen wir warten, aber die besten Dinge kommen, wenn die Zeit reif ist.“
Gemeinsam genießen sie die Ruhe am See, dankbar für die Zeit miteinander – und für die kleinen Lektionen, die das Leben ihnen schenkt.
Bibelstelle
Eine passende Bibelstelle zum Thema Fischen und Gemeinschaft findet sich in Matthäus 4, 18-20:
„Als Jesus aber am See von Galiläa entlangging, sah er zwei Brüder, Simon, genannt Petrus, und seinen Bruder Andreas; die warfen das Netz in den See, denn sie waren Fischer. Und er sprach zu ihnen: Folgt mir nach, und ich will euch zu Menschenfischern machen! Da verließen sie sogleich ihre Netze und folgten ihm nach.“ (Matthäus 4, 18-20, Schlachter 2000)
Diese Stelle zeigt, wie Jesus Fischer berief und ihnen eine neue Aufgabe gab. Sie erinnert daran, dass neben dem physischen Fischfang auch geistliche Lehren über Vertrauen, Geduld und Gemeinschaft mit Gott wichtig sind.