Geschichten mit Tom und Hanna – Helfen im Winter

Geschichten mit Tom und Hanna - Winterhilfe für Obdachlose: Tom und Hanna spenden Jacken und lernen die Bedeutung von Teilen und Barmherzigkeit kennen.

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Winterhilfe für Obdachlose – Teilen, das Herzen wärmt

Draußen weht ein kalter Wind. Die Bäume vor der Schule haben ihre Blätter längst verloren, und Reif glitzert wie Zuckerkristalle auf den Fenstern. Tom zieht seine warme Jacke enger um sich, als er mit Hanna über den Schulhof läuft. Auf dem Weg zur Aula entdecken sie ein großes Plakat:

„Aktion Winterhilfe: Wir sammeln Kleidung für Obdachlose – Mach mit!“

„Schau mal, Hanna!“, ruft Tom. „Die wollen Jacken und warme Sachen sammeln!“
Hanna liest aufmerksam. „Damit Menschen, die draußen leben müssen, im Winter nicht frieren.“ Sie schaut nachdenklich. „Das ist wichtig. Jesus würde auch helfen.“

In der ersten Stunde spricht die Lehrerin mit der Klasse über die Aktion. „Viele Menschen haben kein Zuhause. Sie schlafen auf Bänken oder unter Brücken, sogar jetzt im Winter. Wir wollen barmherzig sein und helfen.“

Lukas meldet sich: „Barmherzig – was heißt denn das genau?“
„Das bedeutet,“ erklärt die Lehrerin, „dass wir ein Herz für andere haben. Dass wir mitfühlen, wenn jemand leidet, und etwas dagegen tun wollen.“
Tom nickt. „Dann will ich mithelfen. Ich habe zu Hause noch meine alte Winterjacke.“
Hanna flüstert: „Ich bring meine auch. Sie ist noch ganz gut – nur ein bisschen zu klein geworden.“

Nach der Schule kramen Tom und Hanna in ihren Schränken.
„Die rote Jacke hab ich echt geliebt“, sagt Tom zögernd, als er sie in der Hand hält. „Ich bin damit mal durch den ersten Schnee gerannt.“
Hanna lächelt. „Und ich habe in meiner sogar mal einen Regenbogen gesehen, erinnerst du dich? Beim Waldspaziergang mit Oma.“
Beide werden still. Die Jacken erzählen Geschichten. Aber dann sagt Tom entschlossen: „Wenn jemand draußen friert, ist es besser, die Jacke wird wieder gebraucht.“
Hanna nickt und fügt hinzu: „Teilen wärmt nicht nur den Körper, sondern auch das Herz.“

Am nächsten Morgen bringen sie ihre Jacken mit zur Schule. In der Aula stehen große Kisten. Hanna legt ihre Jacke hinein, Tom folgt. Emma beobachtet das.
„Ist euch das nicht schwergefallen?“ fragt sie.
Hanna antwortet: „Ein bisschen schon. Aber ich hab was dabei.“ Sie zieht ihre kleine Bibel aus dem Rucksack. Auf einer gelben Seite ist ein Vers markiert. „Hier: ‚Wer barmherzig ist, dem wird auch Barmherzigkeit widerfahren.‘ (Matthäus 5,7).“
Tom erklärt Emma: „Jesus hat das gesagt. Er hat uns gezeigt, wie man mitfühlend ist und teilt. Wie bei der Geschichte von dem barmherzigen Samariter – der hat einem verletzten Mann geholfen, obwohl ihn alle anderen einfach liegen lassen haben.“
Emma schaut nachdenklich. „Ich glaub… ich bring morgen auch etwas mit. Vielleicht ein Schal von mir. Oma würde das gut finden.“

Später, beim Mittagessen, sitzen die vier wie immer zusammen. Lukas sagt: „Ich hab auch eine Mütze und warme Socken eingepackt.“
Tom grinst. „Unsere Kiste wird bestimmt bis zum Rand voll.“
„Und vielleicht auch die Herzen derer, die die Sachen bekommen“, sagt Hanna leise.

Als sie nach Hause laufen, fällt leise Schnee. Die Flocken tanzen wie Federn im Wind. Und obwohl es kalt ist, spüren die Kinder ein warmes Gefühl in ihren Herzen.

Denn sie wissen: Barmherzigkeit macht die Welt ein kleines Stück heller.



Bibelstelle

Thema: Barmherzigkeit
Bezug zur Bibel nach Schlachter 2000
Passende Bibelstelle:

Matthäus 25, 35-36
„Denn ich war hungrig, und ihr habt mir zu essen gegeben; ich war durstig, und ihr habt mir zu trinken gegeben; ich war ein Fremdling, und ihr habt mich aufgenommen; ich war nackt, und ihr habt mich bekleidet; ich war krank, und ihr habt mich besucht; ich war im Gefängnis, und ihr seid zu mir gekommen.“

Diese Stelle verdeutlicht anschaulich das Prinzip der Barmherzigkeit im Handeln. Tom und Hanna zeigen, dass schon Kinder durch Teilen und Helfen den Nächsten lieben können – ein praktisches Beispiel christlicher Nächstenliebe.

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