Titel: Papa vergisst etwas Wichtiges
Es war ein ganz normaler Dienstag. Nach der Schule stürmte Tom voller Energie ins Wohnzimmer. „Papa, Papa, willst du mit mir die neue Marsmaschine bauen? Ich hab sie fast fertig! Es fehlt nur noch das Solarpanel!“
Papa saß am Esstisch mit seinem Laptop. Seine Stirn war in Falten gelegt, seine Finger flogen über die Tastatur. „Nicht jetzt, Tom“, murmelte er. „Ich muss noch etwas zu Ende schreiben.“
Tom zuckte zusammen. „Aber du hast doch gestern gesagt, du schaust dir das heute mit mir an“, flüsterte er.
Papage knurrte: „Tom, ich hab gerade wirklich keine Zeit für Spielkram! Geh bitte in dein Zimmer, ja?“
Verwundert und traurig ließ Tom den Karton mit der halbfertigen Marsmaschine zurück und schlurfte in sein Zimmer. Hanna, die alles gehört hatte, ging ihm leise nach. „Das war bestimmt nicht böse gemeint“, sagte sie und legte ihm eine Hand auf die Schulter. „Papa hat einfach stressige Tage manchmal.“
Tom schwieg. Er schaute auf die Bauanleitung und tippte mit dem Finger langsam über die Zeichnungen. „Aber er hat es mir versprochen,“ murmelte er. Und in seinem Bauch fühlte sich alles plötzlich schwer und eng an – wie ein zu enger Rucksack.
Am Abend, als der Himmel dunkel und voller Sterne war, versammelte sich die Familie zum Abendessen. Zuerst war es still. Nur das Klappern der Gabeln war zu hören.
Dann legte Papa sein Besteck hin. „Tom“, sagte er ruhig, „darf ich kurz etwas sagen?“
Tom schaute auf.
„Heute Nachmittag war ich ungeduldig. Du kamst mit leuchtenden Augen zu mir, und ich habe dich weggeschickt. Das war nicht richtig von mir. Es tut mir leid, Tom. Ich habe etwas sehr Wichtiges vergessen: dein Herz.“
Tom sah seinen Papa an. In seinen Augen lag keine Wut mehr – nur noch Staunen.
„Ich vergebe dir, Papa“, sagte er leise. „Ich war nur traurig, weil du mich vorhin so schnell abgewimmelt hast.“
Papa lächelte sanft. „Danke, mein Sohn. Ich bin auch nicht perfekt. Aber ich möchte lernen, so zu lieben, wie Jesus uns liebt – mit Geduld und offenem Herzen. Magst du mir das zeigen?“
Hanna stand auf und holte ihre kleine Bibel, die fast wie ein Tagebuch aussah. Sie blätterte, bis sie eine Stelle fand. „Hört mal,“ sagte sie, „in Epheser 4, Vers 32 steht: *Seid aber freundlich und barmherzig zueinander und vergebt einander, so wie auch Gott euch vergeben hat durch Christus.*“
Tom nickte. „Wie damals bei Petrus, oder? Als er Jesus verleugnet hatte, aber Jesus hat ihm trotzdem vergeben.“
Hanna lächelte. „Genau, Tom. Jesus zeigt uns, dass Vergebung größer ist als jeder Fehler.“
„Und Liebe wächst, wenn man ehrlich zueinander ist“, fügte Papa hinzu. „Danke, dass ihr mir das zeigt.“
Später an diesem Abend saßen sie alle zusammen auf dem Teppich. Papa half Tom, die Marsmaschine fertigzubauen. Das fehlende Solarpanel war schnell eingesetzt – und sie leuchtete in bunten Farben.
„Weißt du was, Papa?“, sagte Tom kichernd. „Du bist kein Astronaut, aber manchmal brauchst du auch einen Rettungsschirm.“
Papa zog eine Augenbraue hoch. „Rettungsschirm?“
„Na klar“, sagte Tom. „So wie Vergebung. Die schützt unser Herz, wenn mal was schiefgeht.“
Alle lachten – und in diesem Lachen lag etwas ganz Besonderes: Vertrauen, Liebe und das Wissen, dass niemand perfekt sein muss, um ein Herz ganz groß zu machen.
Bibelstelle
Thema: Ehrlichkeit, Demut, christliche Erziehung
Passende Bibelstelle:
Demut
Jakobus 5,16 (Schlachter 2000):
„Bekennt einander die Übertretungen und betet füreinander, damit ihr geheilt werdet. Das Gebet eines Gerechten vermag viel, wenn es ernstlich ist.“
Ehrlichkeit und Vergebung
1. Johannes 1,9 (Schlachter 2000):
„Wenn wir unsere Sünden bekennen, so ist Er treu und gerecht, dass Er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von aller Ungerechtigkeit.“
Christliche Erziehung im Geiste von Liebe und Sanftmut
Epheser 6,4 (Schlachter 2000):
„Und ihr Väter, reizt eure Kinder nicht zum Zorn, sondern zieht sie auf in der Zucht und Ermahnung des Herrn.“
Diese Bibelstellen zeigen:
- Es ist wichtig, offen mit Fehlern umzugehen (Ehrlichkeit, Demut).
- Vergebung ist ein zentraler Teil des christlichen Miteinanders – auch in der Familie.
- Eltern sollen ihre Kinder liebevoll und in der Lehre Jesu Christi erziehen.
Papagebet:
„Lieber Vater im Himmel, hilf mir, geduldig und liebevoll mit meinen Kindern umzugehen. Danke, dass ich Fehler bekennen darf – und Vergebung erfahre. Hilf mir, ein demütiges und ehrliches Vorbild zu sein. Amen.“














