Geschichten mit Tom und Hanna – Wunder beim Einkauf

Geschichten mit Tom und Hanna - Der vergessene Einkauf. Mama zaubert mit Gottvertrauen aus wenig Zutaten ein leckeres Essen. Dankbarkeit und Zusammenhalt pur!

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Der vergessene Einkauf – und das kleine Wunder
Eine Geschichte über Dankbarkeit, Vertrauen und Familienzusammenhalt

Es war ein kühler Herbstnachmittag, als Tom und Hanna von der Schule nach Hause kamen. Die Blätter raschelten unter ihren Schuhen, und die Luft roch nach Kaminfeuer. Sie freuten sich auf das Abendessen, denn Mama hatte am Morgen versprochen, heute ihre berühmten Pfannkuchen mit Apfelmus zu machen.

Drinnen zog Hanna sofort ihre Jacke aus. „Mmmh, ich rieche gar nichts“, sagte sie verwundert und lugte in die Küche.
„Mama?“, rief Tom. „Was gibt’s heute? Ich hab riesigen Hunger!“

Mama kam aus dem Wohnzimmer, ein wenig verlegen. „Oh je, ihr Lieben… ich habe den Einkauf heute ganz vergessen. Ich war im Stress mit einem Anruf vom Büro und dann…“ Sie zuckte die Schultern. „Ich habe die Eier und das Mehl nicht gekauft.“

„Was machen wir denn jetzt?“ fragte Hanna. „Ich dachte, es gibt Pfannkuchen.“
„Ich auch,“ meinte Tom. „Und mein Magen denkt das ganz besonders.“

Für einen Moment war es still. Dann sagte Papa, der gerade hereinkam: „Lasst uns schauen, was wir noch im Haus haben. Vielleicht finden wir ja noch etwas, mit dem wir improvisieren können.“

Neugierig öffneten die Kinder gemeinsam mit Mama und Papa den Kühlschrank, schauten in die Schränke und durchsuchten die Vorratskiste.

„Wir haben noch ein bisschen Reis“, rief Tom.
„Und da sind tiefgefrorene Erbsen!“ antwortete Emma, die gerade zu Besuch war.
„Ich sehe noch eine Dose Mais und eine Zucchini!“ sagte Hanna.
„Und Gewürze haben wir immer“, fügte Papa hinzu.

Hanna lachte plötzlich. „Das klingt, als würde Gott uns genau das geben, was wir brauchen – auch wenn’s nicht Pfannkuchen sind.“

Sie lief in ihr Zimmer und kam mit ihrer kleinen Taschenbibel zurück. „Ich habe da einen Vers, den ich mal gelesen habe“, sagte sie und blätterte. Dann las sie mit ruhiger Stimme vor:

  1. Korinther 9,8:
    „Gott aber kann machen, dass alle Gnade unter euch reichlich sei, damit ihr in allem allezeit volle Genüge habt und noch reich seid zu jedem guten Werk.“

„Das heißt, selbst wenn es wenig aussieht, kann Gott daraus etwas Gutes machen“, erklärte Hanna.
Tom nickte und grinste. „Wie bei der Speisung der Fünftausend, erinnerst du dich? Da hatte ein Junge nur fünf Brote und zwei Fische – aber Jesus hat so viele Menschen satt bekommen! Und am Ende blieb sogar noch etwas übrig!“

„Also los!“ rief Papa fröhlich. „Wir kreieren heute ein Überraschungsgericht!“
Gemeinsam fingen sie an zu schnippeln, zu kochen und zu würzen. Der Reis dampfte bald im Topf, das Gemüse brutzelte in der Pfanne, und der Duft füllte das ganze Haus.

Als das Essen fertig war, saßen alle um den Tisch. In der Mitte stand eine bunte Pfanne mit Gemüse-Reis, bestreut mit Käse, der gerade schmolz.

Bevor sie anfingen zu essen, faltete Hanna ihre Hände.
„Ich möchte beten“, sagte sie leise.
Alle verstummten.
„Lieber Gott, danke, dass du auch aus wenigem etwas Gutes machst. Danke, dass wir als Familie zusammenhelfen konnten. Und danke, dass du uns immer genug gibst – mehr als wir dachten.“

Alle sagten: „Amen.“

Dann wurde gegessen, gelacht und erzählt. Und obwohl es keine Pfannkuchen gegeben hatte, war das Essen irgendwie noch besser – weil sie es alle gemeinsam zubereitet hatten.

„Weißt du was?“ flüsterte Hannah Tom zu. „Ich bin sogar ein bisschen froh, dass Mama den Einkauf vergessen hat.“
Tom grinste. „Ich auch. Manchmal sind die besten Abende die, mit denen man nicht rechnet.“

Und draußen am Küchenfenster hing ein leichter Regenbogen in der Abendsonne – als wollte Gott selbst lächeln.



Bibelstelle

Biblische Geschichte zum Thema: Die Speisung der Fünftausend
Diese Begebenheit passt hervorragend zu deinem Thema Dankbarkeit, Vertrauen und Familienzusammenhalt: Aus wenig wird durch Gottes Wirken mehr als genug.

Markus 6, 35–44 (Schlachter 2000):

"Und als es schon spät am Tag war, traten seine Jünger zu ihm und sprachen: Der Ort ist öde, und es ist schon spät am Tag; entlass sie, damit sie in die Höfe und Dörfer ringsum gehen und sich Brot kaufen; denn sie haben nichts zu essen. Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Gebt ihr ihnen zu essen! Und sie sprachen zu ihm: Sollen wir hingehen und für 200 Denare Brot kaufen und ihnen zu essen geben? Er aber sprach zu ihnen: Wie viele Brote habt ihr? Geht hin und seht nach! Und als sie es festgestellt hatten, sprachen sie: Fünf, und zwei Fische. Und er befahl ihnen, dass sie alle sich lagernd niederlassen sollten in Gruppen auf das grüne Gras. Und sie lagerten sich in Gruppen zu hundert und zu fünfzig. Und er nahm die fünf Brote und die zwei Fische, blickte auf zum Himmel, sprach den Segen, brach die Brote und gab sie seinen Jüngern, damit sie ihnen vorlegten; auch die zwei Fische teilte er unter alle. Und sie aßen alle und wurden satt. Und sie hoben zwölf Körbe voll Brocken auf, und auch von den Fischen. Die aber gegessen hatten, waren 5 000 Männer."

Diese Bibelstelle zeigt: Wenn wir das Wenige, das wir haben, Gott anvertrauen, kann er Wunder tun – genau wie bei einer „vergessenen Einkaufsliste“ und einem gemeinsamen Familiengericht voller Dankbarkeit.

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