Nikolaus Kindergeschichte + Material

Der heilige Nikolaus steht in einem verschneiten Dorf, hält einen kleinen Goldbeutel in der Hand, während zwei Kinder staunend aus einem warm beleuchteten Fenster schauen.

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Einleitung zum Nikolaustag

Der Nikolaustag erinnert an Nikolaus von Myra, einen Bischof, der vor vielen hundert Jahren lebte. Nikolaus war dafür bekannt, heimlich Gutes zu tun: Er brachte armen Familien Essen, half Kindern in Not und zeigte den Menschen, wie sehr Gott sie liebte.

Weil Nikolaus oft verdeckt schenkte, erzählen wir bis heute seine Geschichten weiter. Darum stellen viele Kinder am Abend des 5. Dezember einen Stiefel vor die Tür und finden am Morgen eine kleine Überraschung darin. Der Nikolaustag soll uns daran erinnern, wie viel Freude es bringt, wenn wir teilen, helfen und freundlich sind – so wie Nikolaus es tat.


Die Geschichte: Der gute Bischof Nikolaus

In einer kleinen Stadt am Meer, umgeben von weißen Häusern und engen Gassen, lebte ein Mann namens Nikolaus. Die Kinder in der Stadt winkten ihm immer zu, wenn er vorbeiging, denn Nikolaus hatte ein freundliches Lächeln und warme Augen.

Er war ein Bischof, und das bedeutete, dass er für viele Menschen sorgte. Er besuchte Kranke, betete mit ihnen, brachte Essen zu den Armen und erzählte überall von Jesus – davon, wie sehr Gott jeden einzelnen Menschen liebte.

Eines Tages hörte Nikolaus von einer Familie, die große Sorgen hatte. Der Vater war arm geworden und wusste nicht, wie er seinen drei Töchtern helfen sollte. Es war Winter, das Holz wurde knapp, und das Brot reichte kaum für alle. Die Mädchen waren tapfer, aber sie merkten, dass ihr Vater nachts kaum schlafen konnte.

Nikolaus betete leise: „Herr, zeige mir, wie ich helfen kann.“
Und Gott ließ ihn die richtige Idee finden.

In einer stillen Nacht nahm Nikolaus einen kleinen Beutel voller Goldstücke. Er zog seinen warmen Mantel an und ging vorsichtig durch die dunklen Straßen. Der Wind pfiff, und die Sterne leuchteten hell am Himmel.

Als er zur armen Familie kam, öffnete Nikolaus leise ein Fenster – nur einen kleinen Spalt, damit niemand es hörte. Dann ließ er den Goldbeutel hineinfallen. Ein sanftes plumps war zu hören, und Nikolaus huschte schnell wieder in die Nacht, denn er wollte nicht erkannt werden.

Am nächsten Morgen geschah etwas Wunderbares.
Die älteste Tochter fand den Beutel und rief:
„Papa! Schau! Jemand hat uns geholfen!“

Der Vater hielt das Gold in seinen Händen und wusste nicht, was er sagen sollte. Seine Augen wurden warm und feucht. „Kinder“, sagte er leise, „Gott hat uns nicht vergessen.“

Niemand wusste, wer das Geschenk gebracht hatte.
Aber Nikolaus tat es gerne – heimlich, aus Liebe, ohne Dank zu erwarten.

Und weil er immer wieder so handelte – leise, freundlich, hilfsbereit – erinnerten sich die Menschen viele Jahre später noch an ihn. Sie erzählten seine Geschichten weiter, bis daraus der Nikolaustag wurde, den wir heute feiern.


Fragen zum Nachdenken

  1. Warum half Nikolaus der armen Familie heimlich?
  2. Wie fühlten sich die Töchter, als sie das Geschenk fanden?
  3. Kennst du jemanden, dem du heimlich etwas Gutes tun könntest?
  4. Wie kannst du anderen helfen – vielleicht sogar ohne etwas dafür zu bekommen?

Botschaft der Geschichte

Wahre Liebe zeigt sich darin, dass wir teilen, helfen und freundlich sind – besonders dann, wenn niemand zuschaut.
Nikolaus tat Gutes, weil er wusste:
Wenn wir anderen helfen, bringen wir Gottes Licht in ihre Herzen.

Ausmalbild von Nikolaus, der nachts leise einen Geschenksack auf ein Fensterbrett legt.
Ein einfaches Ausmalbild von Nikolaus mit Bischofsstab und freundlichem Lächeln.
Nikolaus_Ausmalbild_Stab – Nikolaus mit Bischofsstab als einfaches Ausmalbild für Kinder.
Ein Ausmalbild von zwei Kindern, die am Morgen fröhlich einen gefüllten Nikolausstiefel entdecken.
Nikolaus_Ausmalbild_Stiefel – Kinder entdecken am Morgen ihren gefüllten Nikolausstiefel.
Ein einfaches Ausmalbild von Nikolaus mit Bischofsstab und freundlichem Lächeln.
Nikolaus_Ausmalbild_Stab – Nikolaus mit Bischofsstab als einfaches Ausmalbild für Kinder.



Nikolaus von Myra – Detaillierter Überblick

Herkunft und Lebensdaten

Nikolaus wurde etwa im Jahr 270 in der Stadt Patara in Lykien (heute Südwest-Türkei) geboren und stammte aus wohlhabender christlicher Familie. Seine Eltern starben früh, sodass er das Erbe übernahm – und später entschied, es nicht für sich selbst zu verwenden, sondern den Armen zu helfen.
Er starb traditionell am 6. Dezember um etwa 343 n. Chr. in der Stadt Myra (heute: Demre) in Lykien.
Historisch gesichert sind nur wenige Fakten; viele Berichte sind stark legendär überformt.


Wirken als Bischof von Myra

Nikolaus wurde Bischof von Myra. In dieser Funktion zeigte er sich als „Hirt“ seines Volkes: Er kümmerte sich um Arme, rettete Menschen vor Ungerechtigkeit und setzte sich für das Evangelium ein. St. Nicholas Center+1
Ein Beispiel aus den Legenden: Während einer Hungersnot in Myra ließ er Getreide verteilen und entlastete die Bevölkerung. St. Nicholas Center+1
Auch soll er laut Überlieferung am Konzil von Nicäa (325 n. Chr.) teilgenommen haben, obwohl dies historisch nicht eindeutig belegt ist. orthodoxwiki.org+1


Berühmte Legenden & Wunder

  • Gold für drei arme Töchter: Ein Mann konnte die Aussteuer seiner drei Töchter nicht zahlen, wodurch ihnen Armut oder Zwang drohte. Nikolaus soll heimlich nachts Beutel mit Gold in ihr Haus geworfen haben, damit die Töchter heiraten konnten. Wikipedia+1
  • Rettung von Seeleuten: In der Überlieferung beruhigte er stürmisches Meer und rettete Menschen in Seenot – weshalb er Schutzpatron der Seeleute wurde. Wikipedia+1
  • Wiedererweckung von Kindern: Eine later-mittelalterliche Legende erzählt, dass Nikolaus drei Kinder, die von einem Metzger ermordet worden waren, wieder zum Leben erweckte. Diese Geschichte gilt heute als stark legendär und historisch unsicher. Wikipedia+1

Verehrung, Relikte und Patronate

Nikolaus gilt als Patron zahlreicher Gruppen: Kinder, Seeleute, Kaufleute, Gefangene, und viele mehr. Wikipedia+1
Seine Grabstätte war ursprünglich in Myra, doch 1087 wurden seine bedeutenden Reliquien nach Bari (Italien) überführt – ein Ereignis, das die Verbreitung seiner Verehrung im Westen förderte. heiligenlexikon.de+1
In der christlichen Kunst wird er meist als Bischof dargestellt, mit Mitra, Stab, Goldbeutel oder Kindern. Wikipedia+1


Brauchtum & Feier am Nikolaustag

Der Nikolaustag wird jährlich am 6. Dezember gefeiert. In vielen Ländern (z. B. Deutschland, Österreich) wird am Abend des 5. Dezember der Stiefel oder Schuh geputzt und vor die Tür gestellt, in der Erwartung, dass Nikolaus Süßigkeiten oder kleine Geschenke hineinlegt. German Culture – All about Germany+1
In Deutschland wird zwischen dem klassischen Nikolaus-Brauchtum und der Figur des „Weihnachtsmanns“ unterschieden – der Nikolaus gilt oft als ernster, religiöserer Helfer. German Culture – All about Germany+1
Auch international gibt es vielfältige Traditionen: In den Niederlanden Sinterklaas, in Russland große Prozessionen, in Österreich der Begleiter Krampus usw. Vivat


Bedeutung für Erwachsene & heute

Für Erwachsene hat Nikolaus mehrere Ebenen der Bedeutung:

  • Vorbild der Nächstenliebe: Seine heimlichen Almosen zeigen, wie Gaben nicht zur Schau gestellt, sondern aus Liebe gegeben werden können – ein Impuls auch heute.
  • Kirchliches Heiligen-Erbe: Als frühchristlicher Bischof bildet Nikolaus eine Verbindung zur Urkirche, ihrem Dienst und Einsatz für Gerechtigkeit.
  • Kultureller Brückenbauer: Der Nikolaus-Mythos überdauerte Reformation, Aufklärung und säkulare Entwicklungen und verbindet Christentum und Volkskultur (z. B. Geschenk-Traditionen).
  • Familienkultur & Gemeinschaft: Der Nikolaustag bietet einen Anlass, Gemeinschaft zu erleben, Kinder- und Familienerinnerungen zu schaffen, und erinnert an die Verantwortung, anderen zu helfen.

Nikolaus im Kindergottesdienst – Pädagogisch-theologische Reflexion

1. Die Grundfrage: Warum Nikolaus überhaupt im Kindergottesdienst?

Nikolaus ist kein Märchen, sondern eine historisch greifbare Figur der frühen Kirche.
Er verbindet christliche Theologie (Nächstenliebe, Barmherzigkeit, Nachfolge Jesu) mit pädagogischer Praxis (Vorbildkraft, empathisches Handeln, Teilen).

Kinder brauchen konkrete Beispiele, die zeigen, wie gelebter Glaube aussieht.
Nikolaus ist genau so ein Beispiel:
Ein Mann, der Jesus liebte – und deshalb anderen half.


2. Theologische Leitgedanken für die Arbeit mit Kindern

(a) Nächstenliebe als gelebte Nachfolge Jesu

Nikolaus handelte nicht „aus Gutmenschentum“, sondern weil er Jesus nachfolgen wollte.
Das lässt sich kindgerecht vermitteln:

  • Jesus liebt die Menschen
  • Wer Jesus liebt, zeigt Liebe weiter
  • Nikolaus tat genau das

Biblische Bezugstexte:

  • Matthäus 6,3 („Wenn du Almosen gibst…“)
  • Matthäus 5,14 („Ihr seid das Licht der Welt“)
  • Matthäus 25,40 („Was ihr einem dieser Geringsten getan habt…“)

(b) Anonymität und Demut

Kinder leben oft in einem Umfeld, in dem Leistung und Anerkennung im Mittelpunkt stehen.
Nikolaus zeigt eine Gegenbewegung: Helfen ohne Lob zu erwarten.

Das ist theologisch wertvoll:
Demut ist eine Frucht des Geistes (Galater 5,22).

(c) Gottes Fürsorge sichtbar machen

Nikolaus hilft aus seiner Liebe zu Gott – aber er zeigt auch, dass Gott durch Menschen wirkt.
Kinder lernen dabei:
„Ich kann jemand sein, durch den Gott andere segnet.“


3. Pädagogische Schwerpunkte für den Kindergottesdienst

(a) Kinder stärken durch Vorbilder

Kinder brauchen Figuren, mit denen sie sich identifizieren können – echte Menschen, die gut handelten.
Nikolaus bietet:

  • Mut
  • Empathie
  • Verantwortungsgefühl
  • Glaubensfreude

So wird Theologie angreifbar und nicht nur abstrakt.

(b) Moral nicht predigen – sondern erlebbar machen

Statt zu sagen „Ihr müsst teilen“, hilft es, die Kinder durch Geschichten und kleine Aktionen selbst erleben zu lassen, wie schön Teilen ist.

Beispielaktionen:

  • Jedes Kind bringt eine Sache für ein „Nikolaus-Teile-Körbchen“.
  • Die Gruppe verschenkt selbstgemalte Karten an Senioren.
  • Kinder überlegen „Wem könnte ich heimlich etwas Gutes tun?“

(c) Emotionale Verbindung schaffen

Kinder fühlen stark.
Die Nikolausgeschichte ist ideal, um Mitgefühl, Staunen, Freude zu wecken.

Durch emotionales Erzählen speichern sie die Botschaft tiefer ab.


4. Der theologische Kern, den Kinder verstehen sollen

Nikolaus ist kein Ersatz für Jesus.
Er ist ein Beispiel dafür, wie ein Mensch Jesu Liebe weitergeben kann.

Die Kernaussage, kindgerecht:
„Nikolaus hat Menschen geholfen, weil Jesus ihn zuerst liebte.“

So bleibt das Evangelium zentral.


5. Praktische Umsetzung im Kindergottesdienst

1. Warmherzige Erzählung

Im Präteritum, ruhig, bildreich, kurz erklärt (wie Kinder es brauchen).
Z. B. die bekannte Geschichte der drei Töchter.

2. Mitmachmoment

  • „Wie könnten wir heute jemandem eine Freude machen?“
  • Kinder malen etwas für eine andere Gruppe.
  • Kleine „geheime Helfer“-Aufgabe.

3. Gesprächsimpulse

  • „Wann hast du schon jemandem geholfen?“
  • „Wie fühlt es sich an, wenn jemand dir hilft?“
  • „Warum ist es gut, etwas zu teilen?“

4. Kleines Ritual

Eine der schönsten Varianten:
Jedes Kind darf ein Licht anzünden (LED-Teelicht) und sagen:
„Ich möchte heute Licht für … sein.“

So wird der Glaube symbolisch und fassbar.


6. Was unbedingt vermieden werden sollte

  • Nikolaus nicht magisieren oder als Wundermensch verklären
  • Keine Angstfiguren (wie der Krampus) in den Kindergottesdienst integrieren
  • Nikolaus nicht „über Jesus stellen“
  • Nicht moralisch Druck ausüben („Du musst teilen…“)
  • Keine Konsumorientierung („Was bekomme ich?“)

Die Botschaft soll Freude und Liebe transportieren, nicht Angst oder Leistung.


BASTEL IDEEN

1. Goldbeutel-Bastelset „Nikolaus hilft heimlich“

Thema: Die drei Goldbeutel für die armen Mädchen

Material:

  • kleiner Stoffbeutel oder Papiertütchen
  • goldene Schokoladenmünzen oder gelbes Tonpapier
  • rotes Band
  • Sticker oder kleine Herzen

Anleitung:

  1. Kinder befüllen den kleinen Beutel mit „Goldmünzen“.
  2. Sie dekorieren ihn mit Stickern oder Herzen.
  3. Jedes Kind darf überlegen, wem es heimlich eine Freude machen möchte: Eltern, Geschwister, Nachbarn.
  4. Der Beutel wird anonym weitergegeben – wie Nikolaus.

Lerneffekt:

Teilen ohne gesehen zu werden – ganz im Sinne von Matthäus 6,3.


2. Nikolaus-Stab aus Papier

Thema: Der Bischofsstab als Zeichen von Fürsorge

Material:

  • fester Karton
  • goldene Farbe oder gelbes Tonpapier
  • Klebstoff
  • Schere
  • evtl. Glitzer (optional)

Anleitung:

  1. Einen langen Stab und oben eine Schneckenform ausschneiden.
  2. Kinder bemalen oder bekleben den Stab golden.
  3. Optional: Glitzer hinzufügen.

Lerneffekt:

Der Stab steht für den „Hirten“, der die Menschen beschützt und begleitet.


3. Nikolaus-Socken / Stiefel basteln

Thema: Der Stiefel vor der Tür

Material:

  • rotes und weißes Tonpapier
  • Kleber
  • Gummiband oder Schnur
  • Watte für den Rand

Anleitung:

  1. Einen großen Stiefel ausschneiden.
  2. Den Rand mit Watte bekleben.
  3. Namen des Kindes draufschreiben.
  4. Aufhängen – am besten im Gruppenraum.

Lerneffekt:

Symbol für Erwartung, Hoffnung und Freude.


4. „Licht in der Nacht“ – Windlicht

Thema: Nikolaus bringt Licht in dunkle Zeiten

Material:

  • leeres Marmeladenglas
  • Transparentpapier (rot, gelb, orange)
  • Teelicht (LED)
  • Kleister
  • Pinsel

Anleitung:

  1. Transparentpapier in kleine Stücke reißen.
  2. Glas mit Kleister bestreichen und bekleben.
  3. Teelicht hinein – fertig!

Lerneffekt:

Jesus ist das Licht der Welt – Nikolaus bringt sein Licht weiter.

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